Geschenkpaket für Bayern: Dortmund stolpert in Leipzig

Geschenkpaket für Bayern: Dortmund stolpert in Leipzig

Gerade vor dem entscheidenden Ligaduell hat Borussia Dortmund einen Fehltritt begangen und Bayern München im Titelkampf eine ideale Vorlage serviert. Am Ende gelang es den Westfalen doch noch, ganz knapp einen Punkt zu holen. Eine Woche vor dem hochspannenden Klassiker erreichten die ambitionierten Herausforderer der Bayern bei RB Leipzig lediglich ein 2:2 (0:2). Der Tabellenzweite BVB hat nun 52 Punkte und liegt acht Längen hinter dem führenden Rekordmeister aus Bayern, der am Wochenende Eintracht Frankfurt mit 3:2 bezwungen hatte.

Beim großen Duell am Samstag (18.30 Uhr/Sky) könnte der Titelverteidiger bereits einen großen Schritt zum Sieg machen, während Dortmund enormen Druck spürt. In Leipzig sorgten ein Eigentor des RB-Stürmers Romulo (50.) und der Joker Fabio Silva (90.+5) für den späten Ausgleich der Gäste. Für die Heimmannschaft zeichneten sich Christoph Baumgartner (20./39.) als Torschütze aus. Vor dem Treffen mit Bayern wartet auf Dortmund bereits am Mittwoch das Rückspiel der Champions-League-Play-offs bei Atalanta Bergamo (18.45 Uhr/DAZN).

Das Duell wird uns voll fordern, so hatte BVB-Coach Niko Kovac vor dem Leipzig-Einsatz gewarnt. Im Vergleich zum 2:0-Erfolg im Hinspiel gegen Bergamo vom vorigen Dienstag rückte nur Marcel Sabitzer anstelle von Julian Brandt in die Startformation. Ohne die verletzten Emre Can, Nico Schlotterbeck und Niklas Süle stand wieder der junge Luca Reggiani, gerade 18 Jahre alt, von Anfang an in der Abwehr.

Nach einem hektischen Start mit harten Zweikampfen, bei dem RB-Spieler Brajan Gruda nach einem Zusammenstoß am Spielfeldrand mit Kovac diskutierte, kamen beide Seiten rasch zu starken Chancen. Romulo (8.) testete BVB-Schütze Gregor Kobel aus nächster Nähe, worauf die Dortmunder sofort konterten. Maximilian Beier, der Nationalspieler, scheiterte jedoch am Torhüter von Leipzig, Maarten Vandevoordt.

Danach übernahm Leipzig klar die Oberhand, die Gastgeber stürmten wiederholt über die Außenbahnen voran, vor allem auf Reggianis rechter Seite. So drang Yan Diomande, der in der ersten Halbzeit kaum zu bremsen war, durch die Dortmunder Defensive und legte für Baumgartner im Zentrum perfekt auf, der zum 1:0 verwandelte. Die Leipziger preschten weiter aggressiv, der BVB ließ ihnen zu viel Freiheit.

Selbst erzeugte Dortmund kaum Druck, vor allem Topstürmer Serhou Guirassy blieb in der ersten Hälfte wirkungslos. Es wunderte daher nicht, dass RB den Vorsprung ausbaute, da die Löcher auf den Flanken bei Dortmund offen blieben. Baumgartner nutzte eine präzise Flanke vom Kapitän David Raum optimal. Die größte Gelegenheit der Borussen nach dem Start verpasste Sabitzer, der frühere Leipziger (43.), sein Freistoß ging über die Latte, gelenkt von Vandevoordt.

Nach der Halbzeitpause halfen die Leipziger unwillkürlich, damit Dortmund wieder ins Geschehen kam. Romulo lenkte einen Ecke von Julian Ryerson unglücklich ins eigene Netz. Trotz des Anschlusses blieb der BVB jedoch zu unbedarft, Leipzig diktierte weiter und schuf weitere Momente. Antonio Nusa (67.) zielte zunächst vorbei, dann blockte Ramy Bensebaini von der Dortmunder Linie einen Schuss von Ridle Baku (73.).

Die abschließende Offensive von Dortmund fehlte lange an Schärfe, bis Silva auf eine Flanke von Karim Adeyemi in der Verlängerung zu seinem Debüt-Tor in der Liga einschob. Brandt verfehlte kurz darauf sogar die große Siegchance (90.+8).