Enttäuschend nur ein Punkt: Leverkusen patzt im Kampf um die Champions League

Enttäuschend nur ein Punkt: Leverkusen patzt im Kampf um die Champions League

Nur ein Remis gegen den Favoriten: Bayer Leverkusen gerät ins Straucheln beim Duell im Westen gegen Borussia Mönchengladbach.

Mönchengladbach (SID) Alejandro Grimaldo schüttelte nach dem Abpfiff nur den Kopf, Jonas Hofmann starrte enttäuscht ins Leere - Bayer Leverkusen hat sich im knappen Rennen um die Champions League einen schmerzhaften Fehltritt erlaubt. Beim kriselnden Westrivalen Borussia Mönchengladbach erreichte der Vizemeister im Bundesliga-Höhepunkt am Samstagabend nach einer langen schwachen Leistung nur ein 1:1 (1:1). Nach vier Siegen in Folge endete damit die kurze Erfolgssträhne der Werkself.

Ein Punkt sei "zu wenig", meinte Leverkusens Torwart Janis Blaswich bei Sky: "Es war nicht das, was wir geplant hatten. Wir müssen das heute besser nutzen, mehr herausholen." 

Yannik Engelhardt (10.) erzielte die frühe Führung für die Gladbacher. Da Philipp Sander (45.) unglücklich ein Eigentor machte, blieb Bayer aber gegen den "Lieblingsgegner" zum 13. Mal in Folge unbesiegt - und hat als Fünfter der Tabelle drei Punkte Rückstand auf den VfB Stuttgart.

Die Gladbacher unter Trainer Eugen Polanski, die in den letzten acht Spielen nur einen Sieg holten, bleiben trotz des Punkts in der Nähe der Abstiegszone: Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt gerade mal drei Zähler. Gladbachs Präsident Rainer Bonhof hatte dem Trainer vor dem Spiel aber schon sein Vertrauen ausgesprochen. "Ich bin sicher, dass er diese Schwächephase meistert", sagte er der Rheinischen Post.

Polanski, der beim Remis im Hinspiel (1:1) sein Debüt als Trainer feierte, wollte offensive Gladbacher sehen. Es dürfe nicht "die Furcht vor einer Niederlage dominieren", betonte der VfL-Coach angesichts der jüngsten negativen Serie.

In einer chaotischen Startphase kam das Tor aus dem Nichts - und mit Hilfe der Gäste. Bayers Keeper Janis Blaswich spielte einen unnötigen Kurzpass zu Aleix Garcia, der den Ball unter Druck verlor. Blaswich wehrte den Schuss von Haris Tabakovic ab, bei Engelhardts Nachschuss war er jedoch chancenlos.

Die Borussia baute nur sporadisch Druck auf, dafür verteidigte Polanskis Mannschaft diszipliniert. Die Leverkusener, bei denen Kapitän Robert Andrich pausierte, überzeugten vor der Pause nicht. Weil Sander jedoch einen harmlosen Schuss von Garcia ungeschickt ins eigene Tor lenkte, kam es nicht zu einer härteren Strafe.

Leverkusen hatte zuvor in zwölf Spielen nicht mehr gegen Gladbach verloren, dazu die letzten sechs Partien im Borussia-Park alle gewonnen. Bayers starke Historie zeigte sich aber erst nach der Pause in der Spielkontrolle.

Die Werkself, die schon im Pokal-Viertelfinale gegen den FC St. Pauli (3:0) unter der Woche spielerisch enttäuschte, spielte fortan aggressiver. Patrik Schick (48.) und Garcia (54.) schossen aus der Ferne, ansonsten mangelte es den Gästen aber an Kreativität und Schärfe. 

Gladbach wehrte sich tapfer, Polanskis Team schaffte es jedoch selten, mit schnellen Aktionen Druck abzulassen. In einem der wenigen Konter verpasste Jens Castrop (78.) das Ziel nur knapp.