Endlich die Nummer eins: Kobels neuer Blickwinkel im Schweizer Tor
Über Jahre hinweg hielt der Torhüter von Borussia Dortmund bei der Schweiz im Schatten von Yann Sommer, der inzwischen seinen Rücktritt vollzogen hat. Mit 28 Jahren und einer Körpergröße von 1,96 Metern bestreitet dieser große Keeper nun sein erstes bedeutendes Turnier als erste Wahl.
Zum Match-Center: Schweiz vs. Bosnien und Herzegowina
Das sei "eine psychische Herausforderung, da es sich anders anfühlt, wenn man weiß, dass man in jedem Spiel zum Einsatz kommt", erklärte Kobel. Nach dem enttäuschenden Start jedoch sind die ehrgeizigen Eidgenossen umso mehr auf ihre zuverlässige Absicherung mit der "deutschen Mentalität" angewiesen.
Warnung vor Dzeko
Bereits im schwierigen zweiten Gruppenspiel am Donnerstag (21.00 Uhr/MagentaTV) gegen Bosnien und Herzegowina wird Kobel erneut gefordert sein. Dabei könnte er es auch mit dem Schalke-Stürmer Edin Dzeko zu tun bekommen. Der 40-Jährige, der im Auftaktspiel der Bosnier gegen Kanada (1:1) nicht eingesetzt wurde, bleibt für jeden Gegner äußerst gefährlich.
"Er versteht es, Tore zu erzielen. Er besitzt den klaren Instinkt", sagte MagentaTV-Experte Mats Hummels, der beim BVB drei Jahre lang mit Kobel in einer Mannschaft spielte.
Die Schweizer sind also vorgewarnt, vor allem weil mit Ermedin Demirovic vom VfB Stuttgart ein weiterer Bundesligastürmer auf Kobel trifft. Die Situation ist brisant, und die Begegnung im riesigen SoFi Stadium in Los Angeles hat eine richtungsweisende Bedeutung. Alle vier Teams in Gruppe B haben nach dem ersten Spieltag einen Punkt.
"Ich möchte unbedingt optimistisch bleiben. Wir haben zwei Spiele und alles liegt in unserer Hand", betonte Kobel, der seit 2014 durchgehend bei Bundesliga-Klubs unter Vertrag steht, im SRF-Interview. Die Schweizer wollen bei einer WM zum vierten Mal in Folge die K.o.-Runde erreichen.
Xhaka verunsichert eigenes Team
Dafür benötigt es gegen die unangenehmen Bosnier von Nationaltrainer Sergej Barbarez aber eine deutliche Leistungssteigerung. Das machte auch Kapitän Granit Xhaka deutlich, der laut einem Bericht der Boulevardzeitung Blick durch seine allgemeine Kritik Verunsicherung und Unbehagen im Team ausgelöst haben soll.
Die Schweizer müssten "mit beiden Füßen auf dem Boden landen" und "die Realität begreifen", forderte der Ex-Leverkusener, der mangelnde Disziplin anprangerte und betonte: "Wir müssen nicht über den Titel oder die beste WM in der Geschichte sprechen. Wir sind aktuell nicht so weit!"
Das soll sich im Turnierverlauf aber noch ändern. Und Kobel kommt dabei eine entscheidende Rolle zu.