Eiskalte Mainzer verstärken Bremer Abstiegsangst
Zuerst der Befreiungsschlag, dann vielleicht Vereinsgeschichte? Der FSV Mainz 05 feierte vier Tage vor der historischen Gelegenheit in der Conference League einen entscheidenden Sieg im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga. Gegen den direkten Rivalen Werder Bremen holten sich die effizienten Mainzer im Weserstadion ein 2:0 (1:0) und schufen sich Abstand im Tabellenkeller.
Paul Nebel (6.) erzielte ein seltenes Kopfballtor und Jae Sung Lee (52.) traf für den FSV, der sich für sein zweites verbliebenes Saisonziel ordentlich Selbstvertrauen verschaffte: Am Donnerstag (18.45 Uhr) können die Mainzer im Heimspiel gegen Sigma Olmütz aus Tschechien erstmals ins Viertelfinale eines europäischen Wettbewerbs einziehen.
Werder muss hingegen nach den letzten zwei Siegen wieder zittern. Durch die Heimniederlage rutschten die Grün-Weißen auf Tabellenrang 15 ab. Der Vorsprung zum Relegationsplatz beträgt nur einen Punkt, Mainz liegt zwei Punkte vor den Bremern. In den nächsten Wochen warten auf Werder weitere direkte Duelle im Abstiegskampf.
Trotz der jüngsten Erfolge starteten die Bremer, die kurzfristig auf Niklas Stark und Senne Lynen verzichten mussten, schläfrig in die Partie und wurden sofort bestraft. Der 1,69 Meter große Nebel durfte seinen Flugkopfball aus sechs Metern völlig unbedrängt ins Tor versenken.
Im Spagat zwischen der historischen Chance in Europa und dem Liga-Abstiegskampf tat die frühe Führung den Mainzern gut. Doch Werder hielt das Spiel offen. Leonardo Bittencourt konterte beinahe sofort, traf per Kopf aber nur die Querlatte (8.). Das Team von Daniel Thioune blieb bemüht, doch von Torgefahr war im kühlen Weserstadion nun nichts mehr zu spüren. Bis zur Pause verteidigte Mainz die knappe Führung recht souverän.
In der zweiten Hälfte wollten die Gäste das fünfte Pflichtspiel-Remis in Folge unbedingt verhindern und konterten eiskalt. Nach einer tollen Hereingabe von Sheraldo Becker stolperte Lee den Ball äußerst unorthodox ins Tor.
Werder wirkte nun doch geschockt, auch wenn Justin Njinmah bei seinem Schuss nur Zentimeter fehlten (64.). In der Schlussphase verteidigte Mainz leidenschaftlich, Salim Musah sorgte bei seinem Bundesliga-Debüt für Werder noch einmal für Gefahr (86.).