Ebola, Konflikte, Einreisebestimmungen: Die WM-Teilnahme wird zum Rennen gegen die Uhr

Ebola, Konflikte, Einreisebestimmungen: Die WM-Teilnahme wird zum Rennen gegen die Uhr

Die deutsche Mannschaft hatte nach der Landung in Chicago dank eines speziellen Schalters kaum Probleme bei der Einreise. Für viele andere Teams und Fans könnten die Grenzkontrollen in den USA, Mexiko und Kanada jedoch zu einer unüberwindbaren Hürde werden, sofern sie es überhaupt bis zur in der nächsten Woche beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft schaffen. So musste der frühere Bundesliga-Stürmer Breel Embolo vorerst zu Hause bleiben, die Ankunft des Iran wird mit Spannung erwartet, und der Ebola-Ausbruch könnte zahlreichen Anhängern die Einreise verwehren.

Das wurde bei Reisenden deutlich, die etwa zeitgleich mit dem DFB-Team in Chicago eintrafen. Sie mussten mehrfach beantworten, ob sie sich in den letzten 20 Tagen in Afrika aufgehalten hatten. Diese Vorgehensweise ist nicht überraschend. Schließlich hatte die US-Regierung kürzlich im Namen der drei Ausrichterländer angekündigt, aufgrund des Ebola-Ausbruchs in Zentralafrika zusätzliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Für Personen, die aus Gebieten mit dem höchsten Risiko durch das Virus kommen, sollen "koordinierte öffentliche Gesundheitsmaßnahmen" eingeleitet werden.

"Dieser abgestimmte Ansatz soll unsere Bürger sowie die Millionen von Besuchern, Fans, Athleten und Touristen schützen, die zur WM 2026 erwartet werden, und gleichzeitig den Reise- und Handelsverkehr über unsere Grenzen hinweg aufrechterhalten", hieß es in der US-Erklärung. Kurz darauf kündigten mexikanische Fluggesellschaften Einschränkungen für Reisende aus den betroffenen Zonen an. Auch Mexiko hat die Einreise für Menschen, die sich in den letzten 21 Tagen in Uganda, dem Südsudan oder der Demokratischen Republik Kongo aufgehalten haben, eingeschränkt.

Die Mannschaft des Kongo möchte ihr Quartier in der US-Metropole Houston beziehen. Wenn das Team in die USA einreisen wolle, müssten sich alle Mitglieder für drei Wochen in einer "Blase" isolieren, erklärte kürzlich der WM-Beauftragte des Weißen Hauses, Andrew Giuliani.

Über Gesundheitsrisiken und den US-Krieg

Dass die Teilnahme der Mannschaft offenbar an einem seidenen Faden hängt, wurde am Dienstag deutlich. Das für kommenden Dienstag geplante Testspiel gegen Chile im spanischen La Linea wurde abgesagt. Der Bürgermeister begründete seine Entscheidung mit "gesundheitlicher Vorsicht" und folgte damit den Empfehlungen des Gesundheitsdienstes der Regionalregierung von Andalusien.

Auch hinter dem Antreten des Iran stehen infolge des Krieges mit den USA weiterhin Fragezeichen. Zwar plant die Delegation ihre Einreise nach Mexiko für den kommenden Sonntag, doch die Spieler warten noch immer auf ihre US-Visa. Die geopolitische Lage hatte die Iraner gezwungen, ihr ursprünglich in Tucson im US-Bundesstaat Arizona geplantes Quartier kurzerhand nach Mexiko zu verlegen. Die Vorrundenspiele der Iraner finden jedoch in den USA statt.

Die Teilnahme an der Vorrunde sollte für Embolo indes noch möglich sein. Der frühere Angreifer von Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach ist aufgrund von Problemen mit seinem Visum vorerst nicht mit der Schweiz in die USA gereist. Grund sind laut Verband Schwierigkeiten mit der elektronischen Einreiseerlaubnis (ESTA). Trotz der Komplikationen gehen die Eidgenossen davon aus, dass der 29-Jährige zeitnah nachkommen kann.