Die Geduldsprobe vor dem Zauberer: Eine besondere Weltmeisterschaft für Jamal Musiala
Die sehnsüchtig erwartete Rückkehr von Ausnahmekönner Jamal Musiala ins Aufgebot der deutschen Fußballnationalmannschaft wird von erheblichen Fragezeichen begleitet. Kann der 23-Jährige bei der Weltmeisterschaft 2026 den immensen Hoffnungen gerecht werden?
"Ich bin mir bewusst, dass ich noch Fortschritte machen muss, was mir aus der letzten Saison noch fehlt", gestand Musiala. Aber angesichts der schweren Verletzung (Wadenbeinbruch), die er sich bei der Klub-WM 2025 zugezogen hatte, sei er bereits "sehr, sehr zufrieden" mit seinem derzeitigen Zustand.
Bei hundert Prozent – das zeigte nicht zuletzt das Pokalfinale mit dem FC Bayern gegen Stuttgart (3:0) – ist Musiala jedoch noch lange nicht.
Julian Nagelsmann stört das nicht. "Wenn er mit 70 Prozent spielt, ist er trotzdem besser als viele andere weltweit", betonte der Bundestrainer, "weil er einfach ein außergewöhnlich talentierter Spieler ist."
Kapitän Joshua Kimmich stimmt zu: "Er ist extrem wichtig, denn er besitzt Fähigkeiten, die im Weltfußball sehr außergewöhnlich sind."
Fehlende Spielminuten
Musiala war zuletzt im März 2025 im DFB-Trikot zu sehen, im Nations-League-Spiel gegen Italien (3:3). An der Seite von Florian Wirtz und Kai Havertz spielte er letztmals 2024 gegen Ungarn (1:1).
Da Havertz den ersten WM-Test am Sonntag (20:45 Uhr/ZDF) in Mainz gegen Finnland aufgrund des Champions-League-Finales verpassen wird, bleibt dem kongenialen Trio nur die Generalprobe am 6. Juni in Chicago gegen die USA, um sich für die Weltmeisterschaft einzuspielen.
Musiala hatte sich bei der völlig missglückten WM 2022 mit 19 Jahren auf der großen Bühne präsentiert. Beim blamablen Aus in der Gruppenphase stand er in allen drei Partien in der Startelf, er erzielte eine Vorlage.
Bei der Endrunde 2026 in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli) soll der Bayern-Profi endgültig zum Weltstar aufsteigen. "Ich hoffe, ich kann noch viel erreichen, um meinen Wert neben all den Stars zu beweisen", sagte er. Für die WM rief er selbstbewusst den Titel als "Traum" und Ziel aus. "Wir wollen das Land stolz machen", sagte er mit einem schüchternen Lächeln.
Alle Informationen zum deutschen WM-Kader