DFB-Pokal nach München: Bayerns Frauen holen das Double und zerplatzen Popps Titelwunsch
"Wenn zwei derart starke Teams gegeneinander antreten, steht fest, dass die Entscheidung nicht schon in der ersten Hälfte fällt", meinte Giulia Gwinn im ZDF. Am Schluss wurde es für Bayern dennoch "ein wirklich toller Nachmittag": "Enorme Atmosphäre, es bereitet der Mannschaft einfach riesigen Spaß."
Georgia Stanway (45.+2, Foulelfmeter nach Videoüberprüfung), Pernille Harder (59.), Momoko Tanikawa (77.) und Arianna Caruso (84.) erzielten die Treffer für die Münchnerinnen vor einer Rekordkulisse mit 46.064 Zuschauern, die sich bereits Mitte April den Bundesliga Titel geschnappt hatten.
Wolfsburg, früherer Pokaldominierer, ging wieder mit leeren Händen davon – und Popps Vision, sich mit einem Sieg im Traumsport in der Endrunde gegen den ewigen bayerischen Gegner zu verabschieden, zerbrach. In ihrem 14. Finale musste die Pokalspezialistin zum ersten Mal eine Niederlage einstecken.
Alarmmoment für VfL-Torwartin Johannes
"Tränen werden sicherlich fließen. Zum Pokal verbindet mich eine besondere Bindung", hatte die 35-Jährige vor dem Spiel verkündet. Da Popps Erfolgszeit beim VfL im Sommer nach 14 Jahren ausklingt, wechselt die Ex-Nationalspielerin zu ihrem Lieblingsklub Borussia Dortmund.
Für ihren Abschiedstanz im VfL-Trikot kehrte Popp nach einer überwundenen Wadenverletzung aus Mitte März rechtzeitig fit zurück und führte ihr Team in Köln als Kapitänin auf den Rasen. Jede Spielerin aus Wolfsburg sollte, wie sie es vorab gefordert hatte, "so agieren, als ob sie ihr Leben auf dem Feld einsetzt".
Beide Teams starteten zunächst vorsichtig unter den Blicken von Bundestrainer Christian Wück, mit häufigen Fehlern auf beiden Seiten. Die erste echte Gelegenheit fiel den Bayern zu: Pernille Harder nutzte eine Flanke von Klara Bühl im Strafraum am zweiten Pfosten, brachte den Ball jedoch nicht genau genug vors Tor (20.).
Ein kurzer Angstmoment ergab sich kurz darauf für Wolfsburg, als Torhüterin Stina Johannes auf dem Rasen versorgt werden musste. Die Nationaltorhüterin hatte sich am Oberschenkel verletzt, nach einer kurzen Pause konnte die 26-Jährige jedoch weitermachen.
Elfmeter vor der Halbzeitpause maßgeblich
In einem zum Teil chaotischen Spiel kam Popp, die in ihrer bevorzugten Rolle als Mittelstürmerin spielte, kaum zur Geltung. Auch den Münchnerinnen, die zunehmend das Oberhand gewannen, mangelte es anfangs an Durchschlagskraft und Ideen. Der Schuss von Bernadette Amani war für VfL-Torhüterin Johannes kein Hindernis (30.). Auf der Gegenseite wehrte Ena Mahmutovic den ersten relevanten Versuch aus Wolfsburg durch Lena Lattwein ab (35.).
Defensiv agierte der VfL solide und stellte die Bayern-Attacke vor ernsthafte Herausforderungen. Kurz vor der Pause erzielten die Münchnerinnen doch noch die Führung: Lineth Beerensteyn foulte Momoko Tanikawa im Strafraum am Bein, basierend auf den Videoaufnahmen pfiff Schiedsrichterin Franziska Wildfeuer Elfmeter. Stanway vergab nicht, und Sarai Linder rettete kurz darauf auf der Linie das 2:0 durch Harder.
Zum Start der zweiten Halbzeit traf die dänische Stürmerin präziser, entkam Nationalspielerin Janina Minge und köpfte aus nächster Nähe ein. Wolfsburg drückte weiter, musste wegen eines medizinischen Einsatzes im Bayern-Bereich vorerst auf laute Fanunterstützung verzichten. Unterstützt von den wieder einsetzenden Rängen erhöhte Tanikawa für Bayern, und mit einem direkten Freistoß besiegelte Caruso den Ausgang.