Debatte um WM-Boykott: Göttlich wehrt sich gegen Kritik

Debatte um WM-Boykott: Göttlich wehrt sich gegen Kritik

Oke Göttlich hat sich gegen die Vorwürfe verteidigt, die ihm wegen seines Vorschlags zu einem potenziellen Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft in viereinhalb Monaten vorgeworfen wurden, genauer gesagt vom 11. Juni bis 19. Juli. "Ich habe keinen Boykott verlangt, sondern nur eine Debatte einleiten wollen", erklärte der Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) gegenüber dem SID. "Der Fußball sollte es verkraften können, dass solche Themen besprochen werden."

Davor hatten DFB-Chef Bernd Neuendorf und Ligapräsident Hans-Joachim Watzke ihr Missfallen kundgetan, weil der Präsident des Bundesligisten FC St. Pauli die Diskussion vorantrieb, obwohl große Unsicherheiten um den Co-Gastgeber USA bestehen. Besonders Neuendorf war verärgert.

"Das ist keine große Debatte. Beim DFB sind wir sich einig, dass diese Diskussion zu diesem Zeitpunkt völlig fehl am Platz ist", sagte der Präsident auf dem Neujahrsempfang der DFL und wies Göttlich zurecht: "Es handelt sich um eine Äußerung eines einzelnen Präsidiumsmitglieds. Der Kollege ist noch nicht lange dabei. Normalerweise erörtern wir solche Angelegenheiten in den Gremien und bilden eine gemeinsame Haltung. Er ist leider voreilig vorgegangen. Die Debatte ist unpassend und kein Thema für uns."

Zugleich gab Neuendorf bekannt, dass das Präsidium am Freitag die Sache besprechen werde. Göttlich bleibt entspannt. "Mir läuft der kalte Schweiß den Rücken hinunter", scherzte der 50-Jährige: "Am Freitag werden wir reden. Man sollte sich nicht hinter Regeln verschanzen."