Carlo Ancelotti im Überblick: Der ruhige Lenker der brasilianischen Magie
Carlo Ancelotti (Brasilien)
GEBURTSDATUM: 10. Juni 1959
NATIONALITÄT: Italien
IM AMT SEIT: Juli 2022
TAKTISCHES PROFIL: Praktische Offensive mit Schwerpunkt auf persönliche Freiheiten
GRÖSSTE ERFOLGE ALS TRAINER: 5x UEFA Champions League Sieg (AC Milan/Real Madrid), Titel in allen fünf führenden europäischen Ligen (AC Milan/FC Chelsea/PSG/Bayern München/Real Madrid)
Der ruhige Lenker der brasilianischen Magie
Brasilien hat einen kühnen Entschluss gefasst, um den lang ersehnten sechsten Weltmeistertitel zu erreichen. Aus der Perspektive zahlreicher Anhänger stellt die Berufung eines ausländischen Trainers für die Seleção einen schweren Verstoß gegen alte Gewohnheiten dar, wenngleich Carlo Ancelotti unbestritten zu den besten Fußballtrainern der Geschichte zählt.
Es fällt nicht leicht, festzulegen, was der 66-Jährige wirklich verkörpert. Anders als viele Kollegen hat der Italiener nie eine bahnbrechende taktische Konzeption ersonnen. Dennoch hat er in seiner Laufbahn diverse Meilensteine gesetzt.
Viele Akteure loben ihn wegen seiner einfühlsamen Führung von Personen. Ancelotti genießt den Ruf, seinen Athleten auf dem Platz viel Spielraum zu gewähren und das Kollektiv nicht mit taktischen Feinheiten zu belasten. Sollten seine Teams beeindruckenden Fußball präsentieren, so geschieht das meist, weil die Topspieler entfesselt agieren und ihr Talent ungehindert entfalten können.
Dieser Stil harmoniert ideal mit der brasilianischen Auswahl, die nach dem Triumph bei der Weltmeisterschaft 2002 vorwiegend Rückschläge hinnehmen musste. Häufig mangelte es innerhalb der Gruppe an der erforderlichen Ordnung, um mit den Teams aus Europa gleichzuziehen. Es ist daher vorteilhaft, dass bereits Athleten wie Vinicius Junior, Casemiro und Rodrygo unter Ancelotti beim Real Madrid gearbeitet haben.
Seinen initialen Triumph als Trainer erzielte Ancelotti von 2001 bis 2009 beim AC Mailand, wo er eine glanzvolle Epoche einleitete. Er schmiedete ein starkes Mittelfeld aus internationalen Stars wie Andrea Pirlo, Clarence Seedorf, Gennaro Gattuso und Kaká, das den Kontinent beherrschte.
Zusammen mit den Rossoneri holte er zweimal den Champions-League-Pokal (2003 und 2007) und untermauerte seinen Status als vielseitiger Koordinator, der aus Solisten ein harmonisches Ganzes schafft.
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