Broich regt Debatte an: Tabellenfreiheit im Jugendfußball?
Thomas Broich, als Leiter des Nachwuchsbereichs bei Borussia Dortmund in der Fußball-Bundesliga tätig, hat eine Diskussion über die Nutzung von Tabellen im Jugendfußball ausgelöst. "Zunächst stellt sich die Frage: Wie notwendig sind Tabellen auf unteren Ebenen? Wem dienen sie? Welche Schlüsse ziehen wir daraus? Es wäre möglich, sie beizubehalten, falls alle sie gelassen und rational betrachten würden. Das tun wir jedoch nicht. Jeder strebt den Spitzenplatz an", äußerte er im Podcast "Denkfabrik Nachwuchsfußball".
Der 45-jährige Fachmann, der seit 2024 als sportlicher Verantwortlicher für das BVB-Nachwuchszentrum fungiert, empfindet vor allem den Umgang der Entscheidungsträger mit den Spielergebnissen im Nachwuchs als problematisch. "Grundsätzlich liegt das Problem nicht bei der Tabelle selbst, solange die Betroffenen sie nicht zu einem solchen machen. Doch die Realität sieht anders aus, und deswegen lohnt es sich, über eine Abschaffung nachzudenken. Das ist nicht zwingend erforderlich, wie die Briten zeigen. Sie beginnen mit Ligen erst ab der U16", erläuterte Broich.
In einer potenziellen Reform erblickt der ehemalige Bundesliga-Spieler die Möglichkeit, Kinder mit späterem Geburtsdatum genauso zu unterstützen wie die physisch oft überlegenen Frühgeborenen. "Wir müssten unsere Teams neu strukturieren, die Anfangsformationen anders wählen und die Einwechslungen überdenken. Wer kommt denn typischerweise spät ins Spiel? Meist die später Geborenen, vorausgesetzt, sie sind überhaupt im Kader. Häufig werden sie gar nicht berücksichtigt", betonte Broich.