Borussia findet Luft: Stöger knallt beim Meilenstein ein Traumtor rein
Ein herrliches Tor und ein präziser Schuss: Mit den ersten Saisontoren von Kevin Stöger und Franck Honorat atmet Borussia Mönchengladbach im Abstiegskampf endlich auf. Die Fohlen siegten im Duell der Tabellenletzten gegen den FC St. Pauli klar mit 2:0 (1:0) und distanzieren sich nun mit vier Punkten vom Relegationsrang, während Hamburg weiterhin festhängt.
Stöger landete in seinem 200. Bundesligaspiel den Freistoß meisterhaft im Eck (37.), Honorat (62.) machte nach der Halbzeit Pause den Deckel drauf. Vorher hatte die Mannschaft unter Trainer Eugen Polanski nur einen Erfolg in neun Partien verbuchen können. Für St. Pauli brach dagegen die kurze gute Phase mit den letzten sieben Zählern aus drei Matches ab.
"Solcher Druck bringt uns zu Topleistungen", meinte Gladbachs Sportdirektor Rouven Schröder vor dem Kickoff angesichts der schwierigen Position. Vor 49.202 Zuschauern startete Borussia stark, spielte den Ball gegen die tief liegenden Hamburger fast frei herum, doch trotz der klaren Dominanz ergab sich selten echte Gefahr.
St. Pauli, das im Dezember im DFB-Pokal mit 2:1 in Gladbach triumphiert hatte, scheiterte bei seinen wenigen Vorstößen meist kläglich – die schwächste Offensive der Liga blieb wirkungslos. Dennoch kamen die Gäste zur ersten echten Gelegenheit: Joel Chima Fujita jagte aus der Nähe ungezielt daneben, Moritz Nicolas war perfekt positioniert (27.).
Die Situation weckte Gladbach jedoch nicht richtig. Der Wettkampf pendelte auf mittelmäßigem Level und hielt sich nur durch die Nervenkitzel. Logisch also, dass das 1:0 aus dem toten Ball fiel: Stöger donnerte den Freistoß aus rund 25 Metern ins obere Eck, Gladbachs erster direkter Freistoßtreffer seit Dezember 2020, als Lars Stindl gegen Frankfurt traf.
In der zweiten Halbzeit mutete sich St. Pauli couragierter an, Gladbach guckte manches Mal nur zu. Sogar der junge Wael Mohya, gerade 17 Jahre alt und eine Woche nach seinem Treffer gegen Bayern München (1:4) zum zweiten Mal in der Anfangsformation, fiel nicht auf und musste für Honorat raus. Sechs Minuten drauf erhöhte der Franzose scheinbar aus dem Nichts, sein Flachschuss bekam eine unglückliche Abweichung. Die Hamburger gaben nicht auf, blieben im Abschluss aber kraftlos.
In der Endphase feierten die Gladbach-Anhänger schon mit Liedern das kommende Derby nächsten Samstag beim 1. FC Köln.