„Bier ist lebenswichtig“: Deutsche Fans schockiert von den WM-Preisen in Toronto

„Bier ist lebenswichtig“: Deutsche Fans schockiert von den WM-Preisen in Toronto

Bereits am Freitag strömten hunderte deutsche Anhänger über Houston nach Toronto, um sich bei den Fanpartys auf das anstehende Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste einzustimmen. Vor den Kneipen der Innenstadt bildeten sich lange Schlangen: Einige Fans kamen mit den Koffern direkt vom Flughafen, andere reisten nach einem Zwischenstopp bei den Niagarafällen an.

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Obwohl die Stimmung ausgelassen war, wurde ein Thema schnell zum Aufreger: die Getränkepreise. "Ich muss sagen, die Bierpreise in Kanada und den USA sind deutlich höher als in Deutschland", kritisiert der 47-jährige Mats Kauer. "Zu Hause zahlen wir etwa 6 bis 7 Dollar für ein Pint. Hier verlangen sie 10 bis 14 Dollar, und im Stadion sind es sogar 17 Dollar. Das ist einfach verrückt. Man muss das günstiger machen – Bier ist schließlich lebenswichtig!"

Auch Anne-Marie Seessle, Präsidentin des örtlichen Bayern-München-Fanclubs in Toronto, sieht die Preisgestaltung kritisch. Höhere Bierpreise seien bei einer WM zwar Standard, die Ticketpreise jedoch absolut "wahnsinnig": "Hier in der Stadt sind die Preise völlig explodiert. Ich selbst habe 1.000 kanadische Dollar (rund 706 US-Dollar) für mein Ticket bezahlt."

Steuern und Trinkgeld treiben Preise in die Höhe

Kanada kämpft derzeit mit einer der höchsten Lebensmittelinflationsraten unter den G7-Staaten. Obwohl der Wechselkurs den Euro- und US-Dollar-Nutzer*innen eigentlich in die Karten spielt, treiben die lokalen Gepflogenheiten die Rechnung schnell in die Höhe. In Torontos Bars sind 13 % Steuern fällig, zudem wird ein Trinkgeld zwischen 12 % und 20 % erwartet.

Für den 61-jährigen Heiner aus Berlin, der die deutsche Elf durch das gesamte Turnier begleiten möchte, ist Toronto zwar ein tolles Pflaster, um die WM-Atmosphäre zu genießen. Bei den Preisen zieht er jedoch einen deftigen Vergleich zum Oktoberfest: "Die Bierpreise hier sind wie auf der Wiesn in München", so Heiner. Ein Liter koste in Kanada gut 50 % mehr als in der Heimat.

Kneipenwirte rüsten sich für den Ansturm

Die lokalen Gastronomen verteidigen ihre Kalkulation und argumentieren, die Preise seien durchaus mit europäischen Metropolen vergleichbar. Das größte Problem sei schlicht die enorme Nachfrage.

Cesar Mesen (44), Inhaber des Pint Public House, sorgt jedenfalls dafür, dass kein Fan auf dem Trockenen sitzt: "Wir haben aktuell 16 Fässer eingekühlt. Bei 30 Litern pro Fass sind das rund 500 Liter Bier oder umgerechnet 1.200 Pints. Wir erwarten für das Spiel einen riesigen Ansturm, aber wir sind bestens vorbereitet."