Bestürzung im niederländischen Fußball: Profi-Schiedsrichter Rob Dieperink verstorben

Bestürzung im niederländischen Fußball: Profi-Schiedsrichter Rob Dieperink verstorben

Nach einem Einsatz der Polizei an Dieperinks Wohnort in Borculo schlossen die Ermittler laut einem Bericht von De Telegraaf ein Fremdverschulden aus. Eine genaue Todesursache wurde bislang nicht offiziell bekannt gegeben.

Dieperink war seit 2012 im niederländischen Profifußball aktiv. Einem breiteren Publikum wurde er unter anderem bei der Euro 2024 in Deutschland bekannt, wo er als Video-Assistent (VAR) das Gespann um FIFA-Schiedsrichter Danny Makkelie unterstützte. Auch für die Weltmeisterschaft 2026 war Dieperink fest an der Seite von Makkelie als VAR eingeplant, ehe ein Vorfall in London im vergangenen Mai seine Karriere abrupt bremste.

Vorfall vor WM-Start

Nach der UEFA-Conference-League-Partie zwischen Crystal Palace und der AC Florenz war Dieperink in der britischen Hauptstadt vorübergehend festgenommen worden. Ihm wurden drei Delikte vorgeworfen, darunter der Verdacht des sexuellen Übergriffs auf eine 17-Jährige.

Obwohl die Londoner Polizei alle Vorwürfe bereits nach zwei Wochen mangels Beweisen fallen ließ, zog der Vorfall sportliche Konsequenzen nach sich: Die FIFA strich den Unparteiischen von der vorläufigen Nominiertenliste für die WM in den USA, Mexiko und Kanada und begründete dies damit, dass beim Turnier nur Schiedsrichter mit einem absolut makellosen Leumund zum Einsatz kommen sollten. Seinen Platz im VAR-Team übernahm der Franzose Willy Delajod. Zudem erhielt Dieperink bis zum Saisonende keine weiteren Einsätze.

In einem Interview mit De Telegraaf hatte sich Dieperink im Mai zutiefst enttäuscht über die Entscheidung des Weltverbandes gezeigt und seine Unschuld betont: "Es belastet mich sehr, zu Unrecht beschuldigt worden zu sein. Ich habe von Anfang an vollumfänglich mit der Polizei kooperiert und war auch gegenüber der FIFA, der UEFA und dem KNVB absolut transparent. Die Vorwürfe wurden widerlegt und das Verfahren schnell eingestellt. Dass die FIFA mich dennoch nicht für die WM nominiert hat, ist extrem bitter und enttäuschend."

Zuletzt hatte sich der KNVB jedoch klar hinter seinen Schiedsrichter gestellt und bereitete im Juni intensiv dessen Rückkehr vor. Schiedsrichterchef Raymond van Meenen erklärte damals: "Dieses Ereignis hatte außergewöhnlich schwere Auswirkungen. Rob fühlt sich inzwischen wieder den Umständen entsprechend gut, und wir wollen ihn bestmöglich unterstützen. Alles ist darauf ausgerichtet, dass er nach der Sommerpause auf den Platz und in den VAR-Raum zurückkehrt."

Stellungnahme des KNVB

Dazu wird es nun nicht mehr kommen. Rob Dieperink hinterlässt eine Lücke im niederländischen Fußball, in dem er fast 100 Partien der erstklassigen Eredivisie leitete.

In einer emotionalen Stellungnahme brachte der KNVB seine tiefe Bestürzung zum Ausdruck: "Wir sind schockiert und tief betroffen über das Ableben von Rob Dieperink. Mit ihm verliert die Schiedsrichtergemeinschaft einen hoch angesehenen Unparteiischen, vor allem aber einen hervorragenden und engagierten Kollegen. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, seinen Freunden und allen, die ihm nahestanden. Wir wünschen ihnen viel Kraft, um diesen großen Verlust zu bewältigen."