Bei Fischers Berlin-Rückkehr: Mainz 05 verspielt Sieg

Bei Fischers Berlin-Rückkehr: Mainz 05 verspielt Sieg

Der FSV Mainz 05 hat bei der emotionalen Rückkehr von Trainer Urs Fischer nach Berlin den so notwendigen Durchbruch im Abstiegskampf der Bundesliga verpasst. Beim alten Verein von Fischer, Union Berlin, erreichten die Mainzer am Samstag trotz zweimaliger Führung nur ein 2:2 (1:0) und erlitten im Ringen um den Klassenerhalt besonders einen Rückschlag für das Selbstvertrauen. Sportlich gesehen bleibt die Position als Tabellenletzter mit lediglich neun Punkten aus 16 Begegnungen alarmierend.

Immerhin bleibt Mainz unter Fischer, der das Traineramt zu Jahresbeginn Ende November übernommen hat, weiterhin sieglos. Union Berlin hält seine Stelle im sicheren Mittelfeld, verpasste jedoch die Gelegenheit, den Abstand zu den europäischen Rängen spürbar zu verringern. Die Mainzer hatten durch den Nationalspieler Nadiem Amiri (30.) und den ehemaligen Union-Spieler Benedict Hollerbach (69.) die Oberhand erlangt, doch Wooyeong Jeong (77.) und Danilho Doekhi (86.) sorgten nach der Halbzeit für den Berliner Ausgleich.

Vor Spielbeginn wurde Fischer in dem frostigen Berlin herzlich begrüßt. Die Zuschauer ehrten den Schweizer mit lang anhaltendem Applaus und dem Ruf "Fußballgott". Fischer sprach offen über die besondere emotionale Wirkung dieses Spiels in Köpenick, wo er Union von der zweiten Liga bis in die Champions League geführt hatte. "Es ist verständlich, dass das nach fünfeinhalb Jahren in Berlin berührt", erklärte er im Vorfeld. Trotzdem richtete sich sein Hauptfokus auf die anspruchsvolle Rettungsaufgabe in Mainz: "Ich muss die nostalgischen Gefühle etwas beiseiteschieben."

Die kritische sportliche Situation erforderte von Mainz absolute Fokussierung auf den aktuellen Moment. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt musste Fischers Mannschaft erst defensiv standhalten. Union startete forsch, kontrollierte die ersten Minuten und erarbeitete sich die erste klare Chance. Nach einem Fehler in der Abwehr des Japaners Kaishu Sano kam Livan Burcu im Strafraum zum Schuss, traf jedoch knapp vorbei (6.).

Der frühe Elan der Berliner ließ nach, teils durch häufige Spielunterbrechungen. Mainz gewann an Raum, verlagerte das Geschehen abseits des eigenen Tores und schuf Kontermöglichkeiten, nutzte diese aber selten effektiv. Besser agierte Amiri: Nach einer präzisen Passung von Lee Jae-Sung beendete der Stürmer die Aktion mit einem starken Abschluss. Fischer feierte jubelnd an der Außenlinie. Die Mainzer, die ihre anfängliche Zurückhaltung überwunden hatten, sicherten die Führung bis zur Pause.

Nach der Halbzeit hielt Mainz zunächst an seiner defensiven Festigkeit fest. Union etablierte sich im gegnerischen Bereich, fand aber selten Wege durch die kompakte Defensive der Mainzer, die auf schnelle Umschaltungen spekulierte. Einen solchen Konter verwertete der Ex-Berliner Hollerbach torerfolgreich. Für den Angreifer markierte es den ersten Bundesliga-Treffer in Diensten von Mainz. Einen zweiten Treffer verhinderte kurz danach der Pfosten (72.). Union gelang es dennoch, den Ausgleich zu erzielen.