Bayern-Spielerinnen wechseln den Modus: Vom Triple-Ziel zur WM-Aufgabe
Kaum Zeit zum Ausruhen gab es für die Mannschaft, nur Linda Dallmann konnte im Bus die Beine ausstrecken. Direkt nach dem Sieg im DFB-Pokalfinale reisten die Bayern-Frauen zum Trainingslager ab. Noch am selben Nachmittag leitete Bundestrainer Christian Wück die erste Session in Herzogenaurach, um die deutschen Nationalspielerinnen vor rund 600 Zuschauern auf die zwei Länderspiele gegen Österreich in der WM-Qualifikation vorzubereiten.
Zum Spielbericht: FC Bayern gegen SG Essen
"Wir wollen die guten Auftritte der vergangenen Partien fortsetzen, um uns weiter zur WM zu qualifizieren", erklärte Wück klar für die Duelle am 14. April in Nürnberg (18.15 Uhr/ZDF) und vier Tage später in Ried (18.00 Uhr/sportschau.de). Nach den Siegen mit 5:0 über Slowenien und 4:0 in Norwegen ist die DFB-Elf bestens auf Kurs zur Endrunde 2027 in Brasilien.
"Wochen voller Spannung liegen vor uns"
Allerdings erfordert der dichte Terminplan aus Bundesliga, Europapokal und DFB-Pokal besondere Vorsicht bei der Belastung. Wieder musste Wück kurzfristig nachjustieren: Wegen Muskelproblemen bei Cora Zicai vom VfL Wolfsburg bekommt Larissa Mühlhaus vom Werder Bremen eine weitere Chance, obwohl sie eigentlich für die U23 gedacht ist.
Mit viel Motivation legten die Bayern-Frauen die kurze Strecke zurück, denn in der entscheidenden Phase der Saison brennt der Traum vom Triple. "Das bleibt unser großes Ziel", sagte Franziska Kett nach dem 4:0-Sieg im Pokalhalbfinale gegen die SGS Essen, und für die 21-Jährige ist es entscheidend, "verletzungsfrei zu bleiben, denn vor uns liegen Wochen voller Spannung".
Bevor der Kampf um den vierten Titel in Folge und das Champions-League-Halbfinale gegen den Favoriten FC Barcelona beginnt, sollen erst die nächsten sechs Punkte für den WM-Kampf in Brasilien geholt werden. Die Österreicherinnen ohne bisherige Punkte in Gruppe A4 sind bereits gefordert. "Darum erwarte ich, dass sie defensiv und eng aufgestellt sind und uns überraschen wollen", warnte Wück.
Cerci rückt ins Rampenlicht
Daher stehen taktische Ideen und Spielverständnis im Mittelpunkt. "Wir brauchen viele Läufe in die Tiefe, auch für die Teamkolleginnen. Jemand muss sich einbringen, um andere zu unterstützen", sagte Wück voraus. Eine Spielerin, die in solchen Momenten überzeugen könnte, ist Vivien Endemann.
Die Flügelstürmerin aus Wolfsburg hat bei ihrer Rückkehr ins Nationalteam im März starke Eindrücke hinterlassen. "Sie hat sich mental enorm weiterentwickelt und wirkt reifer", lobte Wück die 24-Jährige und ergänzte: "Durch ihre starke Form hat man den Ausfall von Klara Bühl kaum gespürt".
Auf die verletzte Bayern-Verteidigerin muss die DFB-Mannschaft noch verzichten, stattdessen ist Offensivkraft Selina Cerci zurück im Kader. Die Spielerin vom TSG Hoffenheim bereitet sich auf "hartere Kämpfe" vor und rechnet mit Gegnerinnen, die "auch offensiv mutig sein werden" und "durch die jüngsten Ergebnisse den Willen haben, uns zu bezwingen" haben.