"Bayern-Block" als Erfolgsfaktor für Matthäus: Offensive braucht mehr Qualität
Lothar Matthäus betrachtet den starken Einfluss des FC Bayern bei der deutschen Nationalelf als vielversprechenden Ansatz für zukünftige Triumphe. Der Spieler mit den meisten Einsätzen im DFB-Trikot notierte das in seiner regelmäßigen Spalte bei Sky, direkt nach dem zähen 1:0-Erfolg (1:0) in der Qualifikation zur Weltmeisterschaft auf fremdem Boden in Nordirland. Nationaltrainer Julian Nagelsmann setzte dabei prompt fünf Elitekräfte des führenden deutschen Klubs in die Eröffnungsaufstellung.
"Historisch gesehen hat die DFB-Mannschaft bei internationalen Wettbewerben oft gut abgeschnitten, wenn mehrere Bayern-Profis im Kader waren", erläuterte der Champion aus dem Jahr 1990. Es liege auf der Hand, dass der Coach künftig ebenfalls an der 4-2-3-1-Taktik festhalte, "da er gleich fünf Akteure aus München hat, die dieses Muster auch in ihrem Verein perfekt beherrschen". Der einstige Routinier im zentralen Mittelfeld rät generell, dass das Team eine klare Identität sowie eine stabile Basisformation entwickle: "Es ist vorteilhaft und entscheidend, ein klares Konzept zu pflegen, damit jeder Spieler genau seine Aufgabe versteht."
Beim Angriffsspiel entdeckt Matthäus reichlich Raum für Fortschritte. "Unter den acht Treffern der Deutschen in dieser Qualirunde entfielen fünf auf feste Spielzüge. Aus laufendem Spiel ergaben sich lediglich spärliche Möglichkeiten", urteilt der 64-Jährige: "Diese Lücke unterstreicht, dass es an kreativer Spielstärke mangelt, die eventuell Jamal Musiala und Kai Havertz liefern, sobald sie von ihren Blessuren genesen und wieder einsatzbereit sind."
Auch die Siege über Luxemburg (4:0) sowie in Nordirland sind aus Sicht des Experten durchaus lobenswert. "Genau diese Begegnungen muss man für sich entscheiden, um an einem großen Event teilzunehmen", betont Matthäus: "Solche Duelle können eine Gruppe nachhaltig prägen und zusammenschweißen."