Aufregung um Eberl im Doppel-Rausch: Bayern feiern - und schauen nach vorn

Aufregung um Eberl im Doppel-Rausch: Bayern feiern - und schauen nach vorn

"Es war eine äußerst herausfordernde Saison", erklärte Kane nach dem 3:0 (0:0) im Endspiel gegen den VfB Stuttgart sichtlich gerührt und fügte hinzu: "Auf diese Weise zu beenden, ist einfach ideal." Den 21. Pokalerfolg, das 14. Double in der Vereinshistorie nach sechs entbehrungsreichen Jahren, ließen die Bayern gebührend ausklingen. "Wir hatten fast verlernt, wie besonders und beglückend ein Pokalsieg ist", merkte Leon Goretzka an, der nach seinem letzten Einsatz für die Bayern gemeinsam mit Kane in der Kabine einen Schluck aus dem Pokal nahm.

Zum Spielbericht: FC Bayern gegen VfB Stuttgart

Während die Spieler den verdienten Erfolg einer starken Spielzeit genossen, richteten sich die Gedanken bereits wieder auf das Kommende - nicht zuletzt wegen Hoeneß. Die Äußerungen des Ehrenpräsidenten zu Eberls Zukunft sorgten im Rahmen der Pokaleuphorie für reichlich Diskussionsstoff. Nach dem Abpfiff blieb es vor allem Eberl überlassen, die von Hoeneß im Spiegel-Interview geäußerten "Bedenken" hinsichtlich seiner Person zu entkräften.

Keine radikalen Veränderungen in München

"Zweifel sind erlaubt, das ist völlig legitim. Dann spricht man darüber", zeigte sich Eberl diplomatisch, zugleich aber "überrascht". Insbesondere Hoeneß' Einschätzung, die Chancen auf eine Verlängerung von Eberls Vertrag über 2027 hinaus lägen bei "60 zu 40", hatte beim Münchner Sportdirektor sichtlich für Irritation gesorgt. Es sei "letztlich egal", so Eberl. Er wolle einfach "seine Arbeit machen", auch in der aktuellen Phase: "Jetzt beginnt die Transferperiode und darauf werde ich mich konzentrieren".

Allzu viele strukturelle Änderungen stehen bei den Bayern nicht an. Bedarf besteht primär bei den Ersatzspielern, der Kern der Mannschaft bleibt voraussichtlich erhalten. Lediglich Goretzka, Leihspieler Nicolas Jackson und Raphael Guerreiro, allesamt Ergänzungsspieler, verlassen den Klub. Das sportliche Grundgerüst unter Erfolgstrainer Vincent Kompany ist stabil - ein letzter Schritt steht noch aus.

Bereits in der vergangenen Saison "hatten eigentlich alle das Gefühl, dass etwas ganz Großes möglich wäre", erinnerte Goretzka. Der Champions-League-Titel bleibt für die Bayern das ultimative Ziel, erst recht nach dem knappen Halbfinalaus gegen Paris Saint-Germain. Er habe "keine Zweifel", betonte Goretzka beim Abschied, dass die Bayern "dies erreichen können, wenn der Teamkern erhalten bleibt und besonders der Trainer seinen Weg konsequent weitergeht".

Kompany will fokussiert bleiben

Der Trainer freute sich zunächst auf eine fast zweimonatige Pause dank der WM. Mit Kakadu-T-Shirt und Siegermedaille feierte Kompany in der Nacht zum Sonntag mit seiner Mannschaft, bevor er in den Urlaub aufbrach. "Vielleicht", meinte der unermüdliche Coach mit einem Lächeln, habe er dann auch Zeit, "über die notwendigen Schritte nachzudenken, damit das Team im kommenden Jahr den entscheidenden Schritt nach vorn macht".

Fakt ist: "Die Spieler sind hungrig", so Kompany: "In der nächsten Saison müssen wir es erneut beweisen." Ungeachtet aller Nebengeräusche.