Im DFB-Team ziehen alle an einem Strang: Zusammenhalt als großer Trumpf

Im DFB-Team ziehen alle an einem Strang: Zusammenhalt als großer Trumpf

"Ein großartiger Trainer sagte einst: Der Kopf ist das dritte Bein", zitierte DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig den verstorbenen Christoph Daum. "Es tut den Spielern gut, dass sie im Kreis ihrer Familie an einem freien Tag etwas entspannen können", ergänzte Rettig in der ARD.

Bei MagentaTV nannte Rettig die beiden Stimmungsbeauftragten Nagelsmann und Rudi Völler "ein kongeniales Duo", deren gegenseitiges "bedingungsloses Vertrauen" auf die Mannschaft ausstrahle. Der Bundestrainer selbst schwärmt von der Atmosphäre: "Wir haben eine sehr gute Gemeinschaft. Davon müssen wir zehren. Auch die Ersatzspieler pushen extrem", lobte Nagelsmann. "Das müssen wir beibehalten."

Neuer: "Wir brauchen jeden Spieler"

Die Spieler haben die Worte ihres Chefs verinnerlicht. Nico Schlotterbeck sprach nach dem furiosen WM-Auftakt gegen Curacao (7:1) von der "besten Teamchemie, seit ich dabei bin". Der von Nagelsmann verordnete freie Tag am Dienstag in der Nobel-Herberge The Graylyn Estate kam daher gut an. "Wir lassen niemanden links liegen, alle ziehen am gleichen Strang", betonte Rückkehrer Manuel Neuer. Der 40-Jährige ist aufgrund seiner Turniererfahrung ein wichtiger Ansprechpartner und hat stets ein offenes Ohr für jüngere Teamkollegen. "Hier wird jeder mitgenommen, wir brauchen jeden Spieler", betonte Neuer.

Nagelsmann kam die klare Führung gegen Curacao zugute. Er konnte früh wechseln, sodass bereits 16 der 26 WM-Spieler Einsatzminuten haben. Das mindert das Risiko von Unzufriedenheit. "Es ist alles darauf ausgelegt, dass wir als Truppe zusammenwachsen", bestätigte David Raum, der seinen Stammplatz an Nathaniel Brown verloren hat.

Super-Joker Deniz Undav feierte nach seiner Einwechslung ein Tor und zwei Vorlagen. Einen Stammplatz forderte der Stuttgarter nicht. Der Bundestrainer habe aber "viele Möglichkeiten", so Undav. Das Rollenverständnis des bald 1000-Tage-Bundestrainers ist im Team angekommen.

Nachlegen gegen die Elfenbeinküste

Bei Gesellschaftsspielen und Filmabenden wächst die Gemeinschaft hinter den Mauern des historischen Anwesens in Winston-Salem. "Jeder im Kader weiß, was wir können und was wir nicht können und was jeder einbringen muss, damit es erfolgreich wird", sagte Kapitän Joshua Kimmich. Er zog einen Vergleich zu den Vorrunden-Blamagen 2018 und 2022: "Das ist ein großes Plus zu den Weltmeisterschaften davor. Da haben wir viel über Potenzial gesprochen, aber es nicht auf den Platz gekriegt."

Das soll gegen die Elfenbeinküste (Cote d'Ivoire) am Samstag (22.00 Uhr MESZ/ZDF, MagentaTV und Flashscore-Audioreportage) in Toronto anders werden. Vom Traumstart gegen Curacao will man sich nicht blenden lassen. Der Teamgeist sei eine "schöne Randnotiz, die nicht unwichtig ist", sagte MagentaTV-Experte Mats Hummels, mahnte aber: "Immer wenn wir in Dortmund eine besonders gute Stimmung hatten, haben wir das nächste Spiel verloren."

Die DFB-Stars sind nach eigenen Angaben auf Negativerlebnisse vorbereitet. "Ich glaube, dass wir den nötigen Zusammenhalt haben, den man für dieses Turnier braucht, und dass man Rückschläge zusammen als Mannschaft wegstecken muss", sagte Neuer. Solche gab es bei allen Turnieren, auch auf dem Weg zum WM-Titel vor zwölf Jahren. "Dafür haben wir die richtigen Charaktere in unserer Mannschaft. Das stimmt mich alles positiv", sagte Neuer und genoss mit seinen Teamkollegen den freien Tag.