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WM Diskussion: Göttlich verstärkt Forderung nach DFB Stellungnahme

WM Diskussion: Göttlich verstärkt Forderung nach DFB Stellungnahme

Vor dem Hintergrund der zahlreichen Kriege und Krisen hat Oke Göttlich als Präsidiumsmitglied seine Forderung nach einer klaren Haltung des DFB vor der Weltmeisterschaft wiederholt betont. "Ich würde den Spielern niemals sagen, was sie tun oder lassen sollen. Wir als Verein haben jedoch eine eigene Meinung und Position. Genau das erhoffe ich mir auch von einem Verband wie dem DFB", erklärte der Präsident des FC St. Pauli in einem Gespräch bei NDR 90,3.

Göttlich machte klar, dass er keinen Boykott des Turniers in den USA, Mexiko und Kanada vom 11. Juni bis 19. Juli befürwortet, sondern Impulse zum Nachdenken setzen möchte. "Wenn man in ein Land reist, das in einen Krieg verwickelt ist und wo Menschen auf den Straßen getötet werden, sollte man zumindest überlegen: Welche Linie verfolgt unser Verband, wenn wir dort teilnehmen? Das wollte ich anregen", sagte Göttlich mit Bezug auf die USA. Für ihn stehe die Frage im Vordergrund: "Was bedeutet Sport eigentlich? Er steht für Einbindung, Freude, Vielfalt und den Einsatz für Menschenrechte. Davon sehe ich momentan wenig."

Als DFB Vizepräsident fordert Göttlich eine gründliche Vorbereitung des Verbandes auf mögliche Debatten. "Sollen wir hinfahren? Wie gehen wir vor? Falls wir teilnehmen: Welche Botschaft vermitteln wir? Darauf muss man sich vorbereiten", unterstrich Göttlich, der die Diskussion Ende Januar initiiert hatte. Der DFB lehnte einen Boykott ab, und Präsident Bernd Neuendorf kritisierte Göttlichs Initiative ("Der Kollege ist noch nicht lange dabei").

Göttlich war über die Rückmeldungen zu seinen Äußerungen verblüfft. "Ich habe gedacht: Das ist der größte Sportverband weltweit, der wird sich doch kommunikativ vorbereitet haben", meinte der 50 Jährige und ließ eine spitze Bemerkung zum DFB Präsidenten fallen: "Ich denke, Herr Neuendorf ist kürzer im Amt, als ich in einer Funktion im deutschen Fußball tätig bin."