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DFB-Offensive: Havertz, Undav und die vielseitige Allroundlösung

DFB-Offensive: Havertz, Undav und die vielseitige Allroundlösung

Kai Havertz hat für seine lang ersehnte Rückkehr in die Nationalmannschaft sogar den ersten Geburtstag seines Sohnes ausgelassen. "Den Vormittag konnte ich noch mit ihm verbringen", erzählte der Spieler von Arsenal nach seinem ersten Training mit der DFB-Auswahl seit 492 Tagen, bevor er nach Herzogenaurach reisen musste, "das gehört einfach zum Beruf".

Havertz war jedoch froh, wieder in Deutschland zu sein. "Ich habe die Teamkollegen vermisst. Für die Nationalmannschaft zu spielen, die Nationalhymne anzustimmen, das ist etwas Einzigartiges." Durch die Rückkehr des 26-Jährigen, der lange verletzt war, hat Julian Nagelsmann nun mehr Optionen für die Position des Mittelstürmers, oder vielleicht auch eine schwierige Entscheidung?

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Die DFB-Mannschaft wird auch bei der Weltmeisterschaft keinen Weltklasse-Zentrumstürmer wie Harry Kane oder Erling Haaland haben. Nagelsmann bezeichnet das als "ein Problem, das wir beheben müssen". Könnte Havertz als Leader in der Offensive dienen, ähnlich wie bei der Heim-EM? "Bei mir ging es immer darum: Wo passt er am besten hin, wo wird er eingesetzt?", meinte Havertz am Mittwoch: "Ich fühle mich in allen vorderen Positionen wohl und bin sehr anpassungsfähig."

Der in London lebende Spieler, der in 55 Länderspielen 20 Tore geschossen hat und bei jedem seiner drei großen Turniere zweimal traf, wird als taktische Lösung gesehen. Als Bestandteil eines starken Dreierpacks mit Florian Wirtz und Jamal Musiala. Bei bis zu acht Partien auf dem Weg zum fünften WM-Titel braucht Nagelsmann jedoch Alternativen.

"Wir werden wahrscheinlich einen Stürmer mitnehmen, der im Luftduell stark ist", erklärte der Nationaltrainer, "falls wir es nicht allein mit den kreativen Spielern dahinter schaffen." Er hat Kandidaten wie Niclas Füllkrug oder Tim Kleindienst im Sinn. Doch Füllkrug "hat keine gute Einsatzquote und spielt selten". Bei Kleindienst, der verletzt ist, "ist unklar, wie er zurückkehrt".

Im Herbst hatte Nick Woltemade Aufmerksamkeit erregt, mit vier Toren in den letzten drei Qualifikationsspielen "hat er uns zur WM geführt", lobte Nagelsmann. Havertz sagte: "Nick hat eine enorme Präsenz im Strafraum." Der 24-Jährige hat jedoch nach einem guten Start bei Newcastle an Form verloren und wird dort, falls überhaupt, eher als Zehner eingesetzt. Das resultiert in einer sinkenden Torquote.

Undav, ein Stürmer, den man nicht überspringen kann

Nagelsmann schätzt ihn dennoch sehr. "Ein wirklich toller Typ", sagte er, "immer positiv gestimmt". Woltemade könnte als Einwechsler dienen, "da er unkonventionell spielt". Deshalb: "Ich vertraue ihm voll und gebe ihm die Zeit, die er braucht." Allerdings ist Woltemade kein "klassischer Konterstürmer, der mit 33 km/h in die Tiefe sprintet".

Für einen solchen "Sprinter" hat Nagelsmann einen Platz im Kader vorgesehen. Umkämpft ist er zwischen Karim Adeyemi, Maximilian Beier und Kevin Schade. Nur Schade bekommt diesmal eine Chance.

Und dann gibt es noch Deniz Undav. Der 29-Jährige ist für seinen Vereinstrainer Sebastian Hoeneß wie ein Universalspieler im Sturm. "Deniz ist ein vollständiger Mittelstürmer", betonte Hoeneß, einsetzbar als Neuner, hängende Spitze oder Zehner. Das mache ihn "fast einzigartig".

Vor allem hat Undav Schwung. 22 Tore und zwölf Assists seit November, "einen Stürmer mit dieser Bilanz lässt man nicht zu Hause", meinte Nagelsmann, da in der Offensive "der Schwung" entscheidend ist. Außerdem hat Undav seinen "umfangreichen Aufgabenkatalog" mit vielen Beiträgen über Tore hinaus "gut erfüllt. Er soll so weitermachen."

Havertz fordert die gesamte Offensive auf, "Durst nach Toren" zu zeigen. Er möchte "dabei vorneweg gehen". Seinen eigenen Geburtstag am 11. Juni kann er nicht mit seinem Sohn feiern: Drei Tage später beginnt Havertz mit der DFB-Elf gegen Curaçao die WM.